Samstag, 30. Oktober 2010

Halloween

Halloween

Irische Einwanderer brachten den Brauch in der Zeit um 1830 in die Vereinigten Staaten. Heute sind viele Menschen der Ansicht es handele sich um ein amerikanisches Brauchtum.

Der Ursprung von Halloween dürfte wohl eher bei Allerheiligen liegen, immerhin findet Halloween am Vorabend dieses katholischen Feiertages statt.

Oder etwa nicht?

Ganz so einfach ist diese Angelegenheit dann doch wohl nicht. Es liegt doch auf der Hand, dieses Fest könnte auch aus der Zeit der Kelten stammen, denkbar wäre eine Verbindung in Richtung zu dem Totengott Samhain.

Im neuheidischen keltischen Jahreskreis findet das erste der Hochfeste an diesem Abend statt, ursprünglich verbunden mit dem 11. Vollmond des Jahres. John Rhys hat 1886 die Theorie entwickelt, wonach das keltische Jahr zu diesem Zeitpunkt beginnt.

Und was sagt der Rest der Welt dazu: Stimmt nicht!

Die Forscher finden keinen Totengott Samhain, somit hat der auch nie existiert.

Leider gibt es keine Überlebenden aus der Entstehungszeit dieses Brauchtums. Was in der Geschichte immer sehr bedauerlich ist, dann hätten wir eine authentische Quelle.

Irland ist übrigens schon sehr früh vom Christentum überzeugt worden, womit es schwer wird, einen keltischen Ursprung von Halloween nachzuweisen. Diese These wird vor allem unterstützt durch die Erkenntnis: Halloween wurde überwiegend nur in den katholischen Gebieten der britischen Inseln gefeiert. Das wird dann wohl Irland gewesen sein.

Die Iren haben sich gesagt, wenn das so ist, dann wandern wir in die Welt hinaus. Überall wo die Iren ein neues Zuhause fanden, feierten sie auch ihr Halloween. Die Integration gelang schnell, die Amerikaner übernahmen das Fest und machten daraus ein richtiges großes Volksfest.

Die Idee mit den Kürbissen, die stammt aber immer noch von den Iren, dort war es nämlich Brauch, zu Halloween Kürbisse aufzustellen.

Tja und eines Tages meinten ganz besonders clevere Leute: Da geht noch mehr! Lasst den Dollar rollen!

Von dieser Stunde an ward eine neue Einnahmequelle geboren. Damit es sich auch rechne, bauten sie schnell noch das Grauen ein. Ein paar Hexen hier, ein paar Fratzen dar und natürlich das passende Outfit dazu, schon war der neue Kult, der absolute Renner.

Weil sie immer noch nicht so genau wissen, wo der Brauch herkommt, rufen sie: „trick or treat“ oder einfach nur „Süßes oder Saueres“.

Na denn, wohl bekommt’s und volle Taschen und anschließend Bauchweh vom Naschen.

Weil wir immer noch nicht wissen, ob es ein Tanz für das Totenreich ist, sollten wir es einfach nehmen, wie es ist, ein schönes Fest in der dunklen Jahreszeit.



© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Freitag, 29. Oktober 2010

Intrigen und Intriganten oder Kabale und die Liebe

Intrigen und Intriganten oder Kabale und die Liebe


Manche Dinge geschehen im Leben oft reinzufällig. An diesem Morgen spuckte mir fortlaufend das Wort Intrige durch den Kopf. Ich fragte mich: Was soll der Unfug?

Ich beschloss, kurzerhand in die Stadt zu fahren. Vielleicht fand ich dort zugleich Zerstreuung und Inspiration.

Das große Kaufhaus zog mich magisch an. Ich betrat es durch den Eingang der Parfümerie und sogleich umnebelten mich die Düfte. Vielleicht erklärt dies mein anschließendes Handeln. Hinter der Parfümerie liegt logischerweise der Damenbekleidungsbereich. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich keinen Einfluss mehr auf den weiteren Ablauf dieser Geschichte.

An einem Tisch für Damenunterwäsche steht eine ältere Verkäuferin. Ich bleibe neben ihr stehen und frage. „Darf ich Sie etwas fragen?“ Die Frau schaut mich kurz an. „Was möchten Sie wissen?“ „Ich suche was von Intriganten.“ Das war jetzt sicher nicht glücklich ausgedrückt.

Die Verkäuferin hingegen überlegt. „Intriganten? Mir ist kein Hersteller dieses Namens bei Damenunterwäsche bekannt. Suchen Sie vielleicht Reizwäsche?“ - Ich suche zwar Reize aber bestimmt keine Wäsche. - Die Dame ist bemüht mir zu helfen, dass bekommen die umstehenden Kundinnen natürlich gleich mit. Sie ruft laut zu ihrer Kollegin hinüber. „Inge kennst du einen Reizwäschehersteller mit dem Label Intriganten?“ Inge schaut mich an, lächelt frech. „Nö! Nicht wirklich aber ich hatte Mal eine fiese Freundin und die war eine Intrigantin.“

Die ältere Verkäuferin schaut mich verärgert an. „Wollen Sie mich hier verschaukeln?“ Meine Rettung naht in Person von Inge. Die blickt über den Rand ihrer Brille und hat logischerweise den vollen Durchblick. „Nö! Dem Mann kann doch geholfen werden. Im vierten Stock gibt es bestimmt einen Videofilm zu diesem Thema und im Untergeschoss findet sich sicher auch ein Buch mit Informationen zu dieser Angelegenheit. Übrigens am Besten ist immer noch ignorieren. Einfach drüberstehen.“ Ich nicke zustimmend. „Danke für die Hilfe.“ Inge setzt noch einen drauf. „Also ich wäre noch Solo, falls Sie jemanden zum reden brauchen sollten oder so.“ Das Angebot ist zwar nett aber nicht unbedingt erforderlich.

Ich fahre mit der Rolltreppe in das 4. Obergeschoss. Oben wandere ich erst einmal ziel- und planlos umher. Ein riesiges Warenangebot droht mich zu erschlagen. Endlich entdecke ich einen jungen und sportlichen Verkäufer. Der junge Mann ergreift offenbar die Flucht vor mir. Einige Augenblicke später stelle ich fest, die Ursache bin nicht ich, sondern drei hartnäckige Verfolger. Die guten Leute geben so schnell nicht auf. Sie umzingeln den Verkäufer und beenden somit seine Flucht. Meine Augen gehen derweil wieder auf die Suche. Ich entdecke die nächste Auskunftsquelle. Die lehnt gelangweilt und mit verschränkten Oberarmen am Verkaufsdressen. Es scheint mir diesen Mann kann eigentlich wirklich Nichts aus der Fassung bringen. Gemütlich schlendere ich auf ihn zu und versuche mich dabei seines Blickwinkels zu entziehen. Wäre doch Schade, er würde auch die Flucht ergreifen. Der Typ hat bei mir keine Chance, ich pirsche mich geschickt heran und schlage im richtigen Augenblick zu. Der arme Mann hat keine Möglichkeit mir zu entgehen. „Guten Tag, ich suche etwas zu Intriganten?“

Keine Regung nicht einmal ein Zucken der Augen. Das ist sehr verdächtig. Stehe ich etwa vor einer Schaufensterpuppe? Keine Panik! Es dauert nur etwas länger. Der Mann meint ganz ruhig. „Der Film ist noch nicht im Handel. Fragen Sie nächste Woche noch einmal nach.“ Also wirklich, doch nicht mit mir. Diese faule Ausrede kenne ich doch. Jetzt ist es wichtig, den Mann richtig anzugehen. „Sind Sie sich da sicher?“

Treffer! Er ist sich eben nicht sicher. „ Sie geben wohl nie auf?“ „Na hören Sie Mal, ich bin eventuell ein Kunde.“ Der Verkäufer nickt wissend. Das soll wohl heißen, das sieht er ähnlich. „Gut dann schauen wir eben nach.“ Er trottet langsam vor mir her zu den Regalen mit den Filmen. Um es kurz zu machen, ich bin eventuell nur ein Kunde. Das Angebot ist eben doch zu dünn. So setze ich meine Suche im Untergeschoss fort.

Ich traue mich schon nicht mehr zu fragen und doch es lohnt sich. Die Dame aus der Buchhandlung drückt mir gleich drei Bücher in die Hand. Die Bücher Othello und Die Räuber habe ich bereits. An Kabale und die Liebe von Friedrich Schiller erinnere ich mich kaum noch. Aus diesem Grunde beschließe ich, das Buch zu kaufen.

Einige Minuten später spuckt mich das große Kaufhaus wieder zu seinen Pforten heraus. Ich stehe etwas ratlos in der Fußgängerzone herum. Um mich herum schwirren die Menschen und in meinem Bauch erheben sich die Gelüste nach einem Kaffee. Ich folge meinem zweiten Gehirn in ein nahes Café. Hier erlebe ich dann eine weitere große Überraschung an einem der Tische sitzt ein alter Freund. Er winkt mir gleich zu. Mein Weg führt zu seinem Tisch. Am Tisch sitzt seine neue Freundin eine Studentin und vierundzwanzig Jahre alt. Eine weitere Frau reicht mir die Hand und sagt ganz vertraut. „Ich grüße dich altes Haus.“ Ein Blick auf die Dame rät mir von einem dummen Kommentar ab. Ich und ein altes Haus? Also wirklich, ich könnte, wenn ich wollte, Bäume ausreißen. Mein Freund zeigt auf den Platz neben der Dame. Ich setze mich erst einmal hin.

Mein Freund ist Psychiater und arbeitet seit vielen Jahren in einer sehr bekannten Klinik. Seit der Scheidung von seiner Frau wechseln seine Begleiterinnen häufiger und augenscheinlich werden sie nicht älter. Ich bestelle mir einen großen Milchkaffee und ein stilles Wasser. Die Dame neben mir, übrigens eine sehr bekannte Schauspielerin sowohl am Theater wir im Fernsehen meint gelassen. „Ist mein kleiner Liebling heute etwa ein stilles Wasser?“ Ich atme tief durch, schließlich bin ich doch kein Schoßhündchen. „Das kommt ganz darauf an.“

Mein Freund hingegen will wissen, was mich durch die Stadt treibt, wo ich doch eher die Stille und Ruhe suche. „Es ist gut dich zu sehen. Ich habe nämlich eine Frage an dich. Was, wer oder wie sind Intriganten?“ Mein Freund lacht laut auf. „So kenne ich ihn, den alten Schwerenöter. Was hast du jetzt wieder angestellt?“ Entrüstet entgegne ich. „Meine Person hat gar nichts angestellt. Mich hat heute Morgen plötzlich das Interesse an diesem Thema gepackt.“ Mein gegenüber lächelt. „Du weißt schon, normalerweise stelle ich so etwas meinen Privatpatienten in Rechnung. Allerdings wer kann schon einem guten Freund etwas abschlagen. Na gut, ich könnte dir Nietzsche in die Hand drücken, der hat dazu eine theoretische Überlegung verfasst. Es stellt sich nur die Frage, welches Ergebnis du daraus ziehen würdest. Eigentlich geht es hier um die Intrige und die hat nichts anderes zum Zwecke als Jemanden in Verlegenheit zu bringen. Ich an deiner Stelle würde so etwas in einem Buch verarbeiten.“ Seine Freundin schaut auf ihre Armbanduhr. „Ich denke wir müssen. Ich habe noch eine Vorlesung an der Uni.“ Mein Freund bezahlt und das Paar verlässt das Café. Die Dame neben mir bleibt mir zu meinem Glück erhalten. Ich schaue auf die leeren Stühle mir Gegenüber.

„Mein Freund wir können jetzt zwei Dinge tun, wir schweigen oder wir betreiben Konversation.“ Peinlich berührt wende ich ihr meinen Kopf zu und schaue ich in ihr Gesicht. „Entschuldigung, ich bin natürlich an einer Unterhaltung interessiert.“ Über das Gesicht huscht ein warmes Lächeln und die Augen versprühen eine unendliche Geborgenheit und Ruhe. Sie setzt auch gleich zu einer Ausführung an. „Die Intrige ist ein wichtiger Bestandteil in der Literatur, ich denke an das Drama aber auch an die Komödie. Außerdem ist dies ein dramaturgischer Fachbegriff. Wir bezeichnen damit die sichtbare Handlung, Verwicklung und am Ende die Auflösung in einem Theaterstück. Natürlich hat Intrige viel mit Schadenfreude, Sadismus aber auch Interessenspiele und Macht zu tun. Othello und Desdemona, ein großes Theaterstück von William Shakespeare. Ich habe übrigens die Rolle der Desdemona schon spielen dürfen.“

Mein Kaffee ist nur noch lauwarm. „Ich kenne die Geschichte, ich habe eine alte englische Fassung. Einst übte ich damit meine Aussprache. Am Ende ist wohl nicht viel dabei herübergekommen.“ „Ehrlich, du hättest Schauspieler werden sollen.“ „Mein Elternhaus war strikt gegen eine künstlerische Karriere.“ „Natürlich! Und du hast Zucht und Ordnung gelernt.“ Ich grinse. „Aus heutiger Sicht muss ich zugeben, mein Wille war vorhanden. Er wurde nur mit harter Hand gebrochen.“ Die Dame fasst meine Hand. „Wir können uns nicht unser Schicksal aussuchen. Wir müssen versuchen das Beste daraus zu machen und vor allem jene, die uns Schaden meiden. Sieh es doch so, wer die böse Saat aussäet, der soll sie auch gefälligst selbst ernten.“ Das gefällt mir außerordentlich. „Was sagst du zu Kabale und die Liebe? Das habe ich mir gekauft.“ „Das ist ein wunderbares bürgerliches Trauerspiel. Die aufrichtige Liebe wird durch Niedertracht zu Fall gebracht. Bürgertum und Adel haben noch nie wirklich zusammengepasst. Die kalte und zynische Welt des Hofstaates angereichert um das Mätressenwesen, da bleibt kein Platz für die wahre Liebe.“

Interessiert Frage ich. „Hat sich aus heutiger Sicht etwas geändert?“ Meine Gesprächspartnerin überlegt lange, ehe sie sich zu einer Antwort durchringt. „Intrigen und Intriganten sterben nie aus. Eines solltest du bedenken, eine Welt ohne sie würde doch in Ehrlichkeit ersticken.“

Mit meinem Kaffeelöffel versuche ich derweil den Boden meiner Tasse zu durchdringen, doch das Porzellan ist stärker. Um eine Antwort komme ich aber nicht herum.

„Was ist mein Herr, bist du verlegen oder weißt du nicht, welche Antwort es hierauf geben könnte?“

„Ich muss eingestehen, dieses Thema bedarf der Beleuchtung von mehreren Seiten, damit es eine halbwegs gerechte Beurteilung geben kann. Im Grunde hast du recht, eine Welt ohne diese Zutaten wäre wie die Abschaffung von Salz und Pfeffer. So lassen wir die Intrige durch die Welt ziehen, damit das Leben aufregend und dramatisch bleibt.“

Die Dame an meinem Tisch ist sehr zufrieden mit meiner Einsicht.

„Weißt du, die Liebe geht durch den Magen und ich habe Hunger.“ Den Wink mit dem Zaunpfahl habe ich wohl verstanden. Ein Lächeln legt sich auf mein Gesicht und freundlich geantwortet.

„Dagegen kann etwas getan werden.“

Sie zeigt auf ihre Einkaufstaschen. „Und ob, mein Freund. Was meinst du, können wir uns gemeinsam einen Herd teilen?“ Sicherheitshalber frage ich nach. „Du meinst wir bewerben uns bei einem Kochduell?“

Sie nickt freudig. „Klar, aber nur für zwei Personen und unter Ausschluss der Öffentlichkeit.“

„Das beruhigt mich jetzt ungemein, vor der Kamera werde ich immer so nervös und meine Maskenbildnerin habe ich auch nicht dabei.“

Sie legt ihre linke Hand auf meine rechte Schulter. „Keine Panik, zur Not schmiere ich dir was in die Visage oder lege dir eine Gurke auf. Ich meine das bleibt doch unter uns. Übrigens die Zwiebeln machst du, da muss ich immer bei heulen. Knoblauch dürfen wir auch keinen verwenden, ich stehe heute Abend auf der Bühne und mein Kollege hasst Knoblauch.“

Empört zeige ich Anteilnahme. „Dieser Intrigant!“ Sie nickt beipflichtend. „Jetzt weißt du, wie hart das Brot einer Schauspielerin ist.“

Ich bezahle die Rechnung und wir gehen in ihre Wohnung. Gut kochen wir erst einmal, kleine Brötchen können wir ein anderes Mal backen.

Übrigens wir kochen jetzt des Öfteren nur mit den Brötchen, das hat bis jetzt noch nicht so richtig hingehauen.


© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Mittwoch, 27. Oktober 2010

Der Soziopath oder Erkenntnisse aus dem Alltag

Der Soziopath oder Erkenntnisse aus dem Alltag


Sie: „Das ist ein Soziopath!“

Er: „Was für ein Pfad?“

Sie: „Bist du schwerhörig? Soziopath!“

Er: „Ist das eine ansteckende Krankheit?“

Sie: „Das weiß ich doch nicht! Du musst doch so etwas
wissen, das ist schließlich Allgemeingut.“

Er: „Ach nee! Ich muss wieder einmal Sachen erklären
können von denen ich nicht einmal, weiß, dass es sie
überhaupt gibt.“

Sie: „Gib es zu, dein Horizont reicht nicht aus!“

Er: „Also ich fahre nicht in ein Urlaubsland in dem dieses
Soziozeug in Umlauf ist. Kann man sich dagegen
impfen lassen?“

Sie: „Klar kann man sich dagegen impfen lassen.“

Er: „Hoffentlich übernimmt unsere Krankenkasse die
Kosten.“

Sie: „Du Volltrottel, das ist eine dissoziale
Persönlichkeitsstörung.“

Er. „Wie schreibt man das Wort, buchstabiere Mal?“

Sie: „Wenn ich das hier lese also diese Krankheit trifft voll
auf dich zu.“

Er: „Mache keinen Quatsch, ich fühle mich noch gesund.“

Sie: „Na ja, von wegen gesund. Du kannst dich nicht in
mich hineinversetzen. Du lehnst meine Aufträge ab und
du missachtest, wer hier in diesem Haus die Hosen
anhat. Du bist unfähig Verantwortung zu übernehmen,
zum Beispiel den Müll herunterzutragen. Wenn ich dir
etwas sage wirst du aggressiv. Du fühlst dich auch nie
schuldig. Am schlimmsten ist, du bist unfähig aus
deinen Fehlern mir gegenüber etwas zu lernen.“

Er: „Aber das stimmt doch gar nicht!“

Sie: „Siehst du, du widersprichst mir gerade schon wieder.“

Er: „Hallo, darf man hier nicht einmal mehr seine Meinung
sagen.“

Sie: „Das schon, solange dies auch meine Meinung ist.“

Er: „Ich höre wohl falsch! Leben wir hier in einer
Diktatur?“

Sie: „Siehst du, du missachtest gerade meine geltenden
sozialen Normen.“

Er: „Was hat das noch mit Lernfähigkeit zu tun?“

Sie: „Das kann ich dir auch sagen. Wie oft habe ich dir
schon gesagt, ich mag keine gelben Rosen? Ich liebe
rote Rosen!“

Er: „Ich habe die gelben Rosen nur gekauft, weil sie im
Angebot verkauft wurden. Ich soll doch immer sparen.“

Sie: „Siehst du, du hast jedes fehlende Schuldbewusstein.“

Er: „Was heißt das jetzt für mich?“

Sie: „Darüber steht hier allerdings nix geschrieben!“



© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Freitag, 22. Oktober 2010

Neue strahlende Welt


Satire


Neue strahlende Welt


Was nützt der Sonnenschein?
Er strahlt zu wenig.
Was nützt der Abenteuer Kick?
Der Reiz ist längst verloren.
Was kann schöner sein als eine neue strahlende Welt?
Endlich erkennen, es gibt und gab nie eine Gefahr.

So buchen wir schnell eine Reise, ins Grüne, nach Tschernobyl zum Treffen der Biker.

Endlich mit der Kiste über Straßen fegen in einer himmlischen Ruhe und Stille. Da strahlen nicht nur die Chromgefährten im Glanz, nein auch die Biker strahlen.

Was kann es da noch schöneres auf Erden geben?

Ein bisschen Haarausfall, von Zeit zu Zeit Nasenbluten und die mangelnde Konzentration werden auch nicht mehr schaden.
Das nehmen wir gern in Kauf und die Politik freut sich. Endlich entsteht das perfekte, vergessliche Wahlvolk.
Vielleicht vergessen die auch noch den Urnengang, da wird regieren endlich leicht gemacht.

In das ferne Tschernobyl braucht der Biker auch nicht mehr zu reisen, an der Rhone ist es auch ganz nett.
An den Flussläufen kommen strahlende Gesichter entgegen und der Rotwein mundet auch.
Ein bisschen strahlende Flusslandschaft macht überhaupt nichts aus. Bei dreißig Grad ohne Sonnenschutz kommt der Hautkrebs mit in das Angebot hinein, wie fein.

Der Verzehr vom Fisch hat nur sehr begrenzte Gesundheitsgefahr. Es empfiehlt sich daher, eine ordentliche Portion Grillkohle zu verwenden und ihn gut schwarz zu schwenken oder halt zu grillen.

So bleibt festzustellen Atomkraft war noch nie so sicher wie heutzutage. Ein Heer voller Gutachter wird belegen, Atomkraft war noch nie die Gefahr.

Mancher mag im Kern gespalten sein, doch die Kernspaltung hat ihre eigene Aussagekraft:

„ Eher kriegen Sie Hautkrebs, als eine Verstrahlung!“
Ach, ich dachte jetzt, es sollte viele verstrahlte Gesichter geben in dieser Geschichte.

Immerhin manchem mürrischen Zeitgenossen stünden die Strahlen nicht schlecht im Gesicht.

In dem Sinne viel Spaß in der neuen strahlenden Welt.

Am Ende der Zeit des Öls kann ein neuer Cheese nie von Schaden sein.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Samstag, 16. Oktober 2010

Der Tanz des Herbstes

Der Tanz des Herbstes

Frau Luna schaut von oben zu, während die Sonne ihre wärmenden Strahlen längst anderswo verteilt. Der Alltagstrott beginnt sich, auf den kommenden Winter einzustellen. Im Kleiderschrank weichen die leichten Sommerklamotten der wärmenden Winterkleidung.

So mancher Gärtner spurtet durch seinen Garten zum letzten Herbstputz. Hier muss das Laub gesammelt werden, dort die Rosen zurückgeschnitten und das Gebüsch wird nicht verschont. Die Sommerstühle einmotten und andere Dinge festzurren, damit die windigen Gesellen nicht ihre Freude daran haben.

Die Lebenskünstler hingegen sind auf anderen Wegen, hier ein Bild einfangen, dort Kastanien sammeln an einem anderen Ort auf einer Bank sitzen und in aller Stille die Natur beobachten.

Der Herbst taucht die Natur in eine mythische Welt, voller Sagengestalten im Nebel und Bäume werden gar zu Riesen. So manches Herz klopft ängstlich schneller. Dann wieder zeigt sich ein Meer voller Wunder und so mancher findet tiefe Einsichten bei der Betrachtung dieses Spieles.

Blumen setzen ihre letzten Blüten an so als wollten sie sagen: „Seht nur, wir sind noch da!“ Das ist eine Farbenpracht, lässt manche Herzen glücklicher schlagen. Der prächtige Rausch der Farben ist der Beginn des Totentanzes voller Melancholie und doch verweilt darin auch die Lust und Sinnlichkeit am Leben.

Das ist der Lauf des Lebens, Sterben und Loslassen und Wiedergeburt zugleich. Die Natur verabschiedet sich mit ihrer schönsten Seite. Diese Zeit ist eine wunderbar geeignet, sich zu besinnen und in der Philosophie des Daseins zu vertiefen. Das ist nicht nur gut für das Leben, nein, es ist auch Balsam für die Seele.

Der Tanz des Herbstes lässt uns in Freude den Winter erwarten und die Hoffnung auf einen neuen wärmenden Sonnenstrahl im Leben.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Den Frieden suchen und finden

Den Frieden suchen und finden

Es ist nichts im Leben so schwer wie den Frieden zu erreichen und dann die Aufgabe anzunehmen den Frieden, zu bewahren.

Das gilt für den Menschen wie auch die Gesellschaft. Der Friede beginnt aber in unserem Innern und eben nicht vor unserer Tür.


© Bernard Bonvivant

Autor des Romans « Das Chaos »

Träume

Träume


Ich sage es vollkommen offen,
so mancher Traum lässt hoffen.
Meine Träume liebe ich sehr,
ihre Inspirationen geben mir mehr.
So manche Zeile fand sich im Traum,
schaffte auf Papier mir neuen Raum.
Im Traum spricht meine Seele mit mir:
„Ich offenbare Neue Welten dir!“
Ich bin dankbar, meiner Träume wegen.
Zuweilen glaube ich, es ist göttlicher Segen.
So gehören die Träume zu meinem Leben,
sollen mir wohl verborgene Antworten geben.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Das Erdenkind

Das Erdenkind

Frei wie ein Vogel möchte ich mich überall niederlassen, meine Heimat ist die Welt. Mein Leben ist das Meer der funkelnden Sterne. Mein Vater ist die Sonne und meine Mutter ist der Mond, zu Hause aber bin ich auf dem festen Boden dieser Erde.
Ich liebe die Luft, das Meer und den Geruch des Waldes. Mein Freund ist das scheue Reh und am Abend sagt mir die Eule vom nahen Baum herab. „Gute Nacht. Schlaf und träume süß.“

Ich bin ein Kind dieser Erde und habe auf diesem Globus meine Heimat gefunden. Ich liebe das Leben, den Tag und die Nacht. Die Hoffnung leuchtet mir den Weg und das Glück hält mich fest an der Hand, weil ich ein Erdenkind bin.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Dienstag, 5. Oktober 2010

Bunter Blätterregen

Bunter Blätterregen

Nun ist es wieder soweit,
der Winter naht im Sauseschritt.
Bevor sie geht, die schöne Zeit,
sie sich verschwenderisch neigt.

Die Natur zum Abschiedsball einlädt,
herausgeputzt in aller Farbenpracht.
Die Herbstsonne milde dazu lächelt.
Wer wohl jetzt den ersten Tanz wagt?

Herr Wind ist voller Ungeduld,
so fegt er über Berg und Tal,
bringt Schwung in dieses Bild.
Rüttelt und schüttelt wie wild.

Da heben und senken sich die Zweige,
da fliegt die bunte Schar dahin,
getragen vom Winde in die Höhe,
noch weiter hinauf, doch halt!

Es kommen immer mehr dazu,
ein wahrer Blätterregen,
senkt sich herab auf die Häupter
oder landet sanft auf den Wegen.

Welch´ schön anzuschauender Regen,
für die Herzen ein warmer Segen.
So lasset die Zeit nun doch gehen,
sich so durch die Lüfte verwehen.


© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Samstag, 2. Oktober 2010

Regenwald habe fertig!

Regenwald habe fertig!

Was hast du Problem? Wer braucht schon einen Regenwald?
Jeden Tag werden auf dieser Welt Wälder abgeholzt!
Da passiert schließlich auch nichts!
Wie in 40 Jahren ist alles kaputt? Wie Klimawandel?
Das betrifft uns nicht! Es gibt keinen Klimawandel!
Die sollen doch einfach den Atlantik-Wald aufforsten!
Wie Wasserspeicher für 130 Millionen Menschen?
Die brauchen doch nur den Wasserkran aufzudrehen!
Eben, wie gut, dass wir so schlau sind! Warten wir erst die 40 Jahre ab,
wird schon nicht so schlimm werden.

Am Ende aber heißt es:

Ein mächtiger Sturm fegt hinweg des Menschen Spur.
Die hohen Meereswellen verschlingen das Land. Die Erde reißt die Städte in die Tiefe,
die Unterwasserströme versiegen.

Keine Frage, Überlebende werden bitterlich klagen!
Regenwald, habe fertig? Hoffentlich nicht!

© Bernard Bonvivant

Vereinsamt

Vereinsamt

Einst ein Wesen voller Stolz.
Jetzt verwandelt zu hartem Holz.
Das Herz ist längst erkaltet,
keine Liebe mehr dort waltet.
Verriegelt ist das mächtige Tor.
Hier spricht keine Seele mehr vor.

Nicht einmal mehr die kleine Maus
traut sich ungeniert in dieses Haus.
Die Fassade äußerlich verwittert
und die Bewohnerin scheint verbittert.
Das Fensterglas ist eher speckig,
die Gardinen sind einfach nur dreckig.

Auf einem Stuhl sitzt das alte Weib,
geifert und schreit aus vollem Leib.
Menschen mag sie absolut nicht
und auf keinen Fall das helle Licht.
Vereinsamt ist dieses menschliche Wesen,
solches wird man in der Zeitung lesen.

Einst wie eine Rose edel blühend,
voller Liebe und Leidenschaft glühend.
Dahin gewelkt, bald schon zu Eis gefrostet,
dass hat Sie die Freude am Leben gekostet.
Vereinsamt an einem traurigen Morgen
hat Sie sich befreit von allen Sorgen.



Dieses Schicksal muss nicht sein, denn jeder Mensch hat eine Chance. Lass das Leben zu, lass es in die stickigen Zimmer herein und du bist nicht mehr allein. Wer aber leidet in der Einsamkeit hat meist selbst sich dieses Schicksal auserkoren.


© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Autor des Romans „Das Chaos

Sonntag, 26. September 2010

Das Ende der Fische

Das Ende der Fische.

Es ist hinlänglich bekannt, der Fischbestand in den Weltmeeren schmilzt dahin wie die Butter in der Sonne. Die Erderwärmung und die Überfischung haben zu einer einschneidenden Veränderung innerhalb der Weltmeere geführt.

Die Zukunft der Ozeane sieht bedrohlich aus. Die Ökosysteme der Weltmeere geraten aus ihrem Gleichgewicht, die Balance geht verloren und mit ihr verändert sich naturgemäß das Leben im Wasser.

Höherwertige Organismen und Fische werden verschwinden und stattdessen werden sich die Nesseltiere und andere unangenehme Monster auf den Weltmeeren ausbreiten.

Die gesamte Nahrungskette in den Weltmeeren ist aus den Fugen geraten und die Folgen werden sehr unangenehm werden. Am Ende dieses Prozesses werden wohl nur noch Quallen, Algen und Tintenfische als Nahrung aus den Weltmeeren zur Verfügung stehen.

Stimmen die Aussagen der Forscher, dann wird etwa um das Jahr 2050 das Ende des Fisches auf dem Speiseplan anstehen.

Die Auswirkungen und die Veränderung der Weltmeere sowie die Qualitätsveränderung des Wassers wird enorm sein. Diese Entwicklung wird auch die Zukunft des Menschen durchaus beeinflussen.

Vielleicht finden sich die Prophezeiungen mancher Untergangspropheten dann doch noch bestätigt.

Die Welt wird endlich umdenken müssen, bevor es wirklich zu spät ist.

Das Blatt kann noch gewendet werden, nur die Menschheit muss dazu auch bereit sein.

Eigentlich gehören solche Themen zur Chefsache in der Politik gemacht.

Die Weltmeere gehen die ganze Welt an, genauso wie die Regenwälder.

Es ist unsere Welt! – Es ist unser Leben!



© Bernard Bonvivant

Samstag, 25. September 2010

Botox macht das Leben schöner und leichter.

Botox macht das Leben schöner und leichter.


Wollen Sie eine glatte Stirn und keine einzige Falte mehr?

Das Zaubermittel heißt Botox und ist der absolute Renner.

Wollen Sie Ihren Kummer vergessen?
Wollen Sie ewige Jugend, zumindest in der Visage?

Das Zaubermittel heißt Botox und hat nur wenige Nebenwirkungen.

Wie zum Beispiel Probleme mit dem Sprachverständnis, nur das hat man doch heutzutage in der Konversation des Öfteren festzustellen.

Zorn, Ärger und Trauer sind ebenso wie weggeblasen, wozu brauchen wir Menschen auch Emotionen. Übrigens Frauen benötigen nach einer Behandlung zum Verständnis von Emotionen ein wenig länger.

Wenn Gefühle nicht mehr empfunden werden, dann dauert es eben, bis das Gehirn in irgendeiner Form reagiert.

Demnach könnte die eine oder andere mögliche Empfindung ins Leere laufen.

Das kann in Beziehungen durchaus auch zum Vorteil gereichen.

Ist Botox der Stoff ewiglicher Jugend?

Abgesehen von ein paar möglichen Nebenwirkungen in der Öffentlichkeit wie:

„Ist das ein Zombie oder ein Mensch?“ oder

„Lass Dir Mal die Augenlider liften!“

Es darf getrost festgestellt werden: Wer schön sein will, muss leiden!

Beziehungsweise, wer schön ist benötigt doch nicht unbedingt ein schnelles Hirn.


© Bernard Bonvivant

Unsere Airlines macht fliegen billiger und zu einem wahren Abenteuer in dieser Welt –einmalig und nur bei uns.

Unsere Airlines macht fliegen billiger und zu einem wahren Abenteuer in dieser Welt –einmalig und nur bei uns.


Es ist soweit, bei uns jetzt zum Supertarif fliegen: Frankfurt – New York 80 Euro, Frankfurt – Tokio 60 Euro, Frankfurt – Bangkok 50 Euro.
Das sind die zukünftigen Preise für einen Flug. Da staunen Sie nicht wahr?

Es ist doch ganz einfach: Was brauchen wir einen Co -Piloten, wir gehen noch weiter, wir fliegen ohne Piloten, macht alles der Computer.

Was brauchen wir Stewardessen, wir gehen im Notfall noch weiter, bei uns reicht eine Stewardess am Eingang, den Rest machen die Passagiere ganz allein.

Bringen Sie bitte nur noch Handgepäck mit. Für einen Koffer berechnen wir Ihnen pauschal 400 Euro.

Einmal Toilette macht 3 Euro, Tipp, nehmen Sie gleich die Viererkarte für 10 Euro. Dafür dürfen Sie das Essen und Trinken an Bord genießen und bezahlen.
Bei Flügen die länger, als acht Stunden dauern, erhöhen sich die Preise für Getränke stündlich um 20 %.

Unsere Preise können wir so günstig kalkulieren, weil wir vor allem die Sitzplätze abgeschafft haben. Auf diese Weise schaffen wir für alle eine neue First Class.
Bei uns stehen Sie gut und komfortabel!

Wir helfen Ihnen beim Umsteigen von Gate zu Gate für eine Gebühr von 25 Euro. Ein Beratungsgespräch mit einer unserer Mitarbeiterinnen am Schalter kostet 20 Euro, dagegen ist unsere Hotline wesentlich billiger 1,50 Euro/Minute.

Neu im Angebot! Der pauschale Zusatztickettarif, ein Paket ohne Sorgen für unsere Kunden. (Flughafengebühr, Sicherheitsgebühr, Lande/Startgebühr, Versicherung) kostet schlappe 99 Euro.

Außerdem können Sie jederzeit ihren Flug stornieren oder umbuchen, an jedem Ort der Welt, für die Gebühr von nur 88 Euro.

Fliegen Sie mit uns und Sie fliegen garantiert nie wieder!

Mehr erfahren Sie in ihrem Reisebüro und allen unseren Vertragspartnern mit unserem Zeichen.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Autor des Romans „Das Chaos

Freitag, 24. September 2010

Sucht

Sucht


Sucht nach Menschen zu suchen,
ihre Zeit für sich allein zu buchen.

Sucht nach der Liebe im Leben,
sich an jeder Ecke streunend geben.

Sucht nach Schönheit ohne Fragen,
anschließend verzweifelt klagen.

Sucht nach einem Leben im Leid,
da kommt sicherlich kein Neid.

Sucht nach Glück zu allen Stunden,
kann nur führen zu tiefen Wunden.

Sucht nach Besonderheit, der großen Nummer,
schafft allenfalls am Ende nur Kummer.

Sucht danach, seine verlorene Seele zu finden,
der Beginn sich an sein Schicksal zu binden.



Nachwort: Lebe dein Schicksal, denn du kannst
es nicht ändern; aber sehr gut damit
durch dein Leben wandeln.

© Bernard Bonvivant,
Autor des Romans « Das Chaos »

Samstag, 18. September 2010

Ein Affe am Geländer

Ein Affe am Geländer

Ein Affe steht breitbeinig an einem Geländer,
blickt hinab in das fließende Gewässer.
Das Wasser steht ihm schon lange bis zum Hals,
meist er ertränkt er es mit Hopfen und Malz.
Heute drücken ihn gewaltig wieder die Schulden.
Wie lange wird der Banker dies noch dulden?

Ein Affe steht breitbeinig an einem Geländer,
blickt hinab auf die Leiche auf dem Geleise.
Pech gehabt! Die arme Sau war nicht Mal blau!
Wie kann einer nur das Leben sehen in Grau.
Sollte lieber genießen den Sommerwind so lau,
Schulden machen ihn im Innern keineswegs mau.

Ein Affe steht breitbeinig an einem Geländer,
blickt hinab in das verschneite tiefe Tal.
Schulden sind für ihn allemal keine große Qual,
die schüttelt er von sich eben gerade Mal.
Sollen doch die Gläubiger sich die Haare raufen.
Bei ihm gibt es jedenfalls nichts mehr zu verkaufen.

Ein Affe steht breitbeinig an einem Geländer,
kotzt auf die darunter verlaufende gerade Straße.
Welcher Scheiß! Auf die Autoscheibe drauf?
Da kommt bestimmt gleich Ärger zu ihm rauf!
Da lacht er vor sich hin, das nimmt er gern in Kauf.
Nur das Schicksal nimmt einen anderen Lauf.

Ein Affe steht breitbeinig an einem Geländer,
blickt mit zwei Promille in die weite Ferne.
Die Hände festumklammernd den harten Stahl,
bis ein Polizist ihn erfasst im Taschenlampenstrahl.
So langsam aber sicher bleibt ihm keine Wahl,
sie nehmen ihn einfach mit, bis zum nächsten Mal.


© Bernard Bonvivant



Mehr Texte von Bernard Bonvivant finden Sie unter:

Liebe-Leidenschaft-Glück

Bernard.Bonvivant.Literatur

BernardBonvivant


Bernard Bonvivant Esoterikwelt

Freitag, 17. September 2010

Danke deinem Feind

Danke deinem Feind

Wer macht dich ständig platt?
Wer nimmt vor den Mund kein Blatt?
Es ist dein Feind, der macht dich satt,
setzt dich hinterrücks einfach Matt.
Musst du ihn deshalb hassen?
Du kannst es getrost lassen!

Kein Lehrmeister ist härter.
Strenger, wie dieser Wärter.
Sauge auf, wie ein Schwamm sein Wissen.
Lass ihn am Ende den Dank nicht missen.
Dieses harte Lehrstück für´s Leben,
kann dir nur dein Feind geben.

© Bernard Bonvivant

Hoffen und Bangen

Hoffen und Bangen

Zwischen Hoffen und Bangen,
liegt allzu oft ein großes Verlangen.
Am Ende verschlingt die Gier,
die Hoffnung wie ein gefräßiges Tier.
Mit dem verbleibenden Bangen,
lässt sich nur Erfolglosigkeit fangen.
Weniger ist so betrachtet mehr,
der Wunschgedanke bleibt nicht leer.


© Bernard Bonvivant

Das Leid mit der Urlaubsreise

Das Leid mit der Urlaubsreise

Harry sitzt hinter seinem Schreibtisch und schaut gelangweilt in die Tageszeitung. Die Tür öffnet sich, Gernot ist aus seinem Urlaub zurück.
„Morgen, Harry.“
Der legt seine Zeitung zur Seite, sieht seinen Kollegen an.
„Morgen, Gernot.“
Er beginnt laut zu lachen. „Du siehst aus als könntest du Urlaub vertragen.“
Gernot setzt sich hinter seinen Schreibtisch und meint wenig begeistert.
„Du bist fast am Kern der Wahrheit angelangt.“

Harry klatscht in die Hände.
„Siehst du, ich erspare mir den Quatsch, bleibe auf Balkonien, da weiß ich, was ich habe.“
Gernot blickt ihn verärgert an.
„So ein Blödsinn, die Welt musst du sehen.“
Harry grinst breit.
„Ich denke du hast außer deiner all-inclusive Freizeitanlage wenig gesehen. Ich vermute du warst nicht einmal im Meer.“
Gernot schaut ihn überrascht an.
„Woher weißt du jetzt schon wieder, wie es mir ergangen ist?“
Harry lächelt immer noch. „Schau in den Spiegel, dann weißt du es.“
Gernot steht auf und geht zur Kaffeemaschine.
„Wenigstens hier ist meine Tasse sauber.“
Harry dreht sich mit samt des Drehstuhls in seine Richtung. „Ach nee! Erzähl schon, wie schlimm war es wirklich?“
Gernot schenkt sich Kaffee ein, nimmt die Tasse und setzt sich leger auf den Schreibtisch.
„Totale Scheiße wäre geprahlt, es war der Horror.“

Harry meint trocken. „Das wird teuer werden!“

„Ich Esel habe doch im Reisebüro einen Direktflug gebucht. Weißt du, was das heißt? Eine Zwischenlandung, am Ende war der ganze Flug doppelt so lange wie geplant. Rita hat nur die ganze Zeit gemault.“
Harry schaut erstaunt.
„Wieso? Ich denke Direktflug heißt nicht nur so, sondern der Flieger fliegt durch an einem Stück.“
Gernot grinst leicht. „Das habe ich auch einmal gedacht. Am meisten habe ich mich gefreut über die Hotelanlage in der Flughafennähe. Die liegt doch glatt auf der Einflugschneise des Flughafens. Weißt du, wie schön es sich anhört, ständig so ein großes Ungetüm, jaulend über den Kopf hinwegfliegend.“

Harry schweigt betroffen. Im Grunde kann einem Gernot leidtun. Fliegt mit Rita in die Karibik und dann so was.
„Das Hotel war eine Katastrophe, ein kinderfreundliches Haus, das kann wirklich so gesagt werden. Die Kleinen haben den ganzen Tag nur lauthals getobt. Am Abend dann die Alten. Allabendliche Tanzveranstaltung, gut wir wollten uns amüsieren, nur irgendwann muss der Mensch auch einmal schlafen können. Ich buche nie mehr ein freundliches zweckmäßiges Zimmer. Weißt du, wie so was aussieht? Gekalkte Wände und gekachelter Fußboden. Das ist unheimlich gemütlich.“

Harry nickt zustimmend.
„Kann dich gut verstehen. Immerhin habt ihr euch einen aufstrebenden Ort ausgesucht.“
Gernot winkt angewidert ab.
„Aufstrebend, dass ich nicht lache! Das war der reinste Baustellenslalom, überall strebten die Kräne in den Himmel. Bauarbeiter stierten hinter den Frauen her. Ein einziges Meer voller Touristen, scheint so, als hätte sich die Meute zur gleichen Zeit in der Karibik getroffen.“
Harry weiß, was ihm auf der Zunge brennt.
„Das Meer, wie war das Meer?“
Gernot steht auf, geht zum Fenster und öffnet es.
„Es war so, wie im Katalog beschrieben, naturbelassen.“
Harry kann damit nur wenig anfangen.
„Warum wart ihr dann nicht in diesen herrlichen Fluten?“
Gernot grinst breit.
„Das kann ich dir sagen, naturbelassen, heißt so ähnlich wie Müllabladeplatz.“
Harry schaut ihn entgeistert an.
„Das glaube ich dir jetzt nicht.“
„Wenn ich es dir sage, dann ist es auch so, überall lag eben Abfall herum, Treibgut, Flaschen, Plastik, eben Müll. Wie gut das meine Digitalkamera alles aufgenommen hat.“
Harry erhebt sich von seinem Bürostuhl, tritt an das Fenster, steht direkt neben Gernot.
„Ihr hattet doch einen beheizbaren Pool.“
Gernot schaut aus dem Fenster, hinunter zur Strasse.
„Das stimmt schon, beheizbar war er, nur geheizt war er nicht.“ Harry klopft ihm auf die Schultern.
„In der Karibik braucht es auch keine Heizung im Pool.“
„Na du musst es ja wissen, du warst auch schon dort. Rita war es einfach zu kalt.“

„Na dafür hattet ihr wenigstens all-inclusive.“
„Hör bloß auf! Das war der Gipfel des Verwöhnprogramms. Die all-inclusive Leutchen hatten ihren eigenen VIP Bereich. Den schlechtesten Rum, einen grottenschlechten Rotwein, das Essen war so was von fett. Ich habe doch tatsächlich in dem Urlaub fünf Kilo abgenommen.“

Die Tür zum Büro öffnet sich, hereinkommt ihre Arbeitskollegin Angelika.
„Na Gernot, wie war der Urlaub?“ Sie klopft ihm auf die Schultern.
Harry blickt sie an. „Tut mir leid, Angelika, ich habe die Taschentücher für dich vergessen.“
„Das haste doch schon letztes Jahr, langsam musst du dir was einfallen lassen. Du verdirbst mir noch die ganze Freude.“
Harry lenkt geschickt ab. „Stell dir vor, Angelika, der hat fünf Kilo abgenommen.“
Die Kollegin klatscht vor Freude in die Hände. „Das ist mehr als letztes Jahr, da hatte er noch den Dünnpfiff auf dem Rückflug.“

Gernot grinst über beide Backen.
„Das war ein Erfolgserlebnis dieses Jahr, der schlechteste Urlaub seit Langem. Du stehst hier am offenen Fenster, am ersten Arbeitstag und freust dich wie ein kleines Kind. Endlich wieder daheim, an deinem Arbeitsplatz. Da weißt du so richtig, was du vom Leben hast.“
Angelika nimmt ihn in den Arm und fragt.
„Wohin geht es denn nächstes Jahr?“
Gernot zuckt mit den Schultern.

„Das wird nun immer schwerer für uns! Rita meint, wir müssten vielleicht Mal so richtig in den Dschungel.“
Harry lacht lauthals, die Leute auf der Strasse heben die Köpfe, schauen nach oben. Er winkt ihnen gutgelaunt zu. „Weißt du was, Angelika und ich, wir werden in den nächsten Monaten eifrig Kataloge wälzen. Das wäre doch gelacht, bekämen wir nicht noch eine Steigerung hin.“

Verschwörerisch reichen sich die Drei die Hände.

Angelika meint anschließend. „Ich denke, dieses Mal schaffen wir es, den vollen Reisepreis zurückzuholen. Letztes Jahr haben wir ja nur mickrige fünfzig Prozent geschafft.“

Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Montag, 13. September 2010

Alzheimer

Er schlurft über das Kopfsteinpflaster der engen Gasse hinüber zu einem großen Park.
Einen Hut trägt er auf dem Kopf, einen Stock in der rechten Hand, sein Mantel steht offen.

Auf einer Parkbank setzt er sich nieder, starrt in den frühen Nachmittag. Die Welt um ihn herum ist nur noch grau. Die Pracht der Farben ist mit den Jahren vor seinen Augen verblichen. In seinem Innern herrscht die Leere.

Er weiß weder seinen Namen noch wo er wohnt. Die Krankheit hat sich langsam in seinen Körper geschlichen und ihm im Laufe der Zeit seine Eigenständigkeit geraubt.
Seine Frau hat ihn mit neunzig Jahren verlassen, stieg hinab in das Grab. Er hatte diesen Verlust nicht einmal bemerkt. Am Tag ihrer Beerdigung hat er nicht eine Träne vergossen. Warum?

Seine Gefühle waren zu Eis geworden und diese Kälte hatte sein Herz schon lange nicht mehr verspürt.

Der Sohn wurde vom Herzinfarkt aus der Blüte seines Lebens gerissen. Die Tochter hat ihn schon lange nicht mehr besucht. Sie lebt weit entfernt in einem anderen Land. Das hat er alles vergessen.

In seinem früheren Leben war er eine bekannte Persönlichkeit gewesen, jetzt ist er nur noch ein vor sich hindämmerndes Menschlein. Ohne fremde Hilfe nicht mehr fähig ein Leben zu führen. Er spürt weder Durst noch Hunger oder die daraus resultierenden Gefahren.

Die Stunden vergehen und niemand vermisst ihn.

In der Abenddämmerung kommt eine Schwester vom nahen Altenheim, sammelt ihn ein. Im Altersheim bringt sie ihn in seinen Wohnraum. Hier lebt er schon seit Jahren, nur weiß er es nicht.

An jenem Tag als die Ärzte ihm sagten er habe Alzheimer, da hat er laut gelacht. Er und Alzheimer, niemals!

Die Zeit hat dann grausam und unbarmherzig die Wahrheit an das Licht des Tages geführt.

Sein Leben verblasste vor seinen Augen und er konnte nichts dagegen tun. Sein frohes Lachen früherer Jahre erstarrte zu Eis auf seinem Gesicht.

An wirklich guten Tagen grinste er nur vor sich hin. In schlechten Zeiten neigte er plötzlich zu unkontrollierter Wut und Gewaltausbrüchen.Seine Muskulatur war immer schwächer geworden, in der Folge neigte er immer öfter zur Inkontinenz.

Die Nachtschwester schaut am späten Abend ein letztes Mal nach ihm, deckt ihn richtig zu.

In der Nacht verlässt er sein Bett, setzt sich auf seinen Sessel am Fenster, starrt hinaus in die Nacht.

Am nächsten Morgen finden sie ihn, so sitzend in seinem Sessel. Die Augen starren noch immer hinaus in die Welt, doch sehen sie nun endgültig nichts mehr.

Seine körperliche Schwäche hat zu einem Herzinfarkt geführt.

Der Tod hat ihn endlich von diesem Leben erlöst, doch innerlich gestorben war er schon viel früher.

© Bernard Bonvivant

Sonntag, 12. September 2010

Positive Melancholie – Was ist das?

Der Begriff Melancholie leitet sich ab aus dem griechischen Wort melancholia.

Wir sprechen von einem Zustand der Schwermut und Traurigkeit. Die Seele leidet. In der heutigen Zeit ist dieses Krankheitsbild unter dem Begriff Depression definiert.

Der Begriff Melancholie hat nun sehr unterschiedliche Bedeutungen, je nachdem aus welchem Blickwinkel wir uns mit diesem Thema beschäftigen, ob aus Philosophie, Psychologie oder zum Beispiel Kunst.

Die Melancholie geht weit zurück in die Zeit des Griechen und Arztes Hippokrates von Kós. Er sah Melancholie als eine Folge einer schwarzen und verbrannten Galle, die ihren Überschuss ins menschliche Blut abgibt.

Hippokrates ordnete die Melancholie dem Temperament des Melancholikers zu. Die vier Temperamente seiner Auffassung nach bestehen aus : Melancholiker, Choleriker, Phlegmatiker, Sanguiniker.

In der Medizin ist Melancholie eine Krankheit. Eine Krankheit hat aber sicherlich keinen positiven Aspekt.

In der Psychologie ist es besonders Sigmund Freud der sich der Melancholie annimmt. Seiner Auffassung nach geht es um die Herabsetzung des Selbstwertgefühls, eine tiefe schmerzliche Verstimmung, dabei geht sowohl das Interesse an der Außenwelt als auch die Fähigkeit zu lieben verloren. Melancholiker sind demzufolge stark suizidgefährdet. Das stimmt auch wenig positiv.

In der Religion finden wir im Mittelalter die Mönchskrankheit, Acedia, die Sorglosigkeit auch bekannt als Trägheit des Herzens. Im 16. Jahrhundert wird die Melancholie zur Krankheit der Protestanten. Da mag aber wohl eher Suggestion im Spiel gewesen sein.

In der Weltliteratur hat die Melancholie einen festen Stammplatz. An dieser Stelle sei nur erwähnt, es gab und gibt, viele namhafte Dichter und Denker, die sich mit der Melancholie offenbar sehr gut verstehen. Zumindest auf dem Papier.

Warum aber sind so viele bedeutende Philosophen, Dichter und Künstler Melancholiker?

Brauchen Sie etwa die Melancholie um ihre Werke zu schaffen?

Die Melancholie ist eine Krankheit im medizinischen Sinne. Aus Sicht der Kunst betrachtet ein unverzichtbarer Stil im Ausdruck und Form. Viele bedeutende Literaturtexte wären nie entstanden. Der Einklang der Seele mit der Melancholie erst schafft Darstellungen im Holz und auf der Leinwand von dauerhafter Bedeutung, die über die Lebenszeit hinaus gereicht. Diese Räume sind normal Sterblichen eben verschlossen, dafür muss der Künstler bereit sein mit seiner Art von Melancholie zu leben.

So finden wir am Ende doch noch die positive Melancholie, die so manchen Betrachter und Leser erstaunen lässt:

Wie hat das Genie nur diese Kunst geschaffen?

Es ist der Ausdruck der Melancholie, der sich im Werk zur positiven Melancholie wandelt. Dem Künstler aber oft zu Lebzeiten ein eher schweres Los bereitet.




© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Das Wattenmeer, Weltkulturerbe

Das Wattenmeer, Weltkulturerbe

Das Wattenmeer ist eine Landschaft im Wirkungsbereich der Gezeiten. Fast möchte man sagen, es wurde auch endlich Zeit. Zeit?

Ja, der größte Teil dieser Erde besteht aus Wassermassen und dem damit zusammenhängenden Leben. Das Wattenmeer ist eine besonders schutzbedürftige Zone, eine Naturparkfläche in der es einst nur so voll Leben strotzte. Mittlerweile ist das Leben erheblich geschrumpft.

Was geht uns das Wattenmeer an?

Es ist ein Teil dieser Welt und es steht gleichzeitig anklagend gegen den rücksichtslosen und egoistischen Menschen. Die Meere dieser Welt verkommen zu gigantischen Müllplätzen. Natürlich wird gleich argumentiert, dieser Müll schwimmt ein paar Tausendkilometer von uns entfernt.

Das stimmt bezüglich der Entfernungsangabe, die Auswirkungen dieses Treibens werden die Menschheit dennoch einholen. Immer mehr Menschen werden in den kommenden Jahrzehnten auf entsalztes Meerwasser angewiesen sein. Das ist dann ganz angenehm, wenn es angereichert ist mit Pestizide und Chemikalien. Im Geruch und Geschmack leicht an Müll erinnert.

Die Ernennung des Wattenmeeres zum Weltkulturerbe ist der Schritt in eine richtige Richtung. Einzig und allein der Mensch finde nun in den Gezeiten den Weg zu seiner Zukunft.


© Bernard Bonvivant

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im menschlichen Dasein


Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft im menschlichen Dasein


Im Leben spielt die Vergangenheit keine Rolle. Was zählt ist die Gegenwart, denn nur über die Gegenwart können wir unsere Zukunft beeinflussen.

Wer aber im Geiste in der Vergangenheit weilt, der wird nie in seiner eigenen Zukunft ankommen. Er nimmt sich so selbst die Chance auf die Mitgestaltung seines Lebens.

Am Ende der Lebenszeit stellt so mancher Zeitgenosse staunend vielleicht fest: die Lebenszeit ging schnell dahin, doch worin lag des Lebens wahrer Sinn?

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller,

Autor des Romans Das Chaos

Mittwoch, 8. September 2010

Räuber und Information

Räuber und Information


Ein Räuber naht auf leisen Sohlen,
kommt sich seine Beute holen.
In Erwartung einen dicken Fisch
findet sich ein leerer Tisch.
Reiche Leute leben hier nicht,
stellt er fest der böse Wicht.
Was hat er da im Internet gelesen?
Das war wohl die falsche Seite gewesen!


© Bernard Bonvivant

Sonntag, 5. September 2010

Die Wasserfee

Die Wasserfee

Auf einem kleinen Stein, mitten in einem Bach, saß eine schöne Fee mit langem Haar. Sie hielt es nicht lange an dem ruhigen Platz.
Die Fee wollte endlich was erleben, so zog sie an die Saar.
Bald wart ihr klar. Hier kann es nur Hochwasser geben. Soll sie etwa mittendrin leben?

Nein! Da zog es sie an die Mosel zu ihrer Freundin Rosel. Weinselig und vergnügt planschten sie in den Fluten. Es nervten leider am Uferrand die Menschenmassen. Da wollte sie die Moselgegend schnell verlassen.
Am Rhein trafen sie den Frosch Hein. Der kam von ganz weit oben im Norden her, sprach vornehm und galant von der Elbchaussee. Dem schönen Hamburger Fischmarkt und den liebenswerten Deern.

Das beeindruckte die Wasserfee sehr, da wollte sie endlich sehen das Meer.
So zogen die Wasserfee, der Hein, die Rosel und die Schwäne der Mosel gemächlich zur Nordseeküste. Oben am Wattenmeer jedoch, regierte längst schon die Meerjungfrau mit ihrer salzigen Gischt.

Die zarte Haut, der Wasserfee, vertrug leider nicht die salzige Flut, sie hing in Fetzen an ihrem Körper. Der Hein lag gelangweilt im Strandkorb und wurde immer dicker. Die Rosel kämpfte mit einem fiesen Sonnenbrand und den Schwänen gefiel mehr die Ebbe.

Da sagte die Wasserfee. „ Wisst ihr, warum ich jetzt lach? Ich gehe zurück zu meinem Bach! Ich liebe eben nur mein Süßwasser, dieses weite Meer ist nicht mein Ding. An der Saar fühle ich mich wohler. Mein kleiner Stein im Bach gehört mir ganz allein.“
So wanderten die Wasserfee und auch die Rosel von der Mosel zurück in ihre Heimat. Der dicke Hein wurde zum Mahl eines Raubvogels. Die Störche hingegen flogen weit davon in den tiefen Süden, waren nie mehr gesehen.

An schönen sonnigen Tagen sitzt auf einem Stein mitten im Bach, die Wasserfee mit ihren langen Haaren. Sie funkelt vor Glück in allen möglichen Regenbogenfarben. Wer ganz still und ruhig bleibt und genau hinschaut, der kann sie sehen und sie zwinkert einem zu, mit dem linken Auge. Sie wispert leise: „Laß dich bloß nicht nur verlocken von der Ferne, oft liegt das Beste gerade vor deiner Tür.“



© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Den Frieden suchen und finden

Den Frieden suchen und finden

Es ist nichts im Leben so schwer wie den Frieden zu erreichen und dann die Aufgabe anzunehmen den Frieden, zu bewahren.

Das gilt für den Menschen wie auch die Gesellschaft. Der Friede beginnt aber in unserem Innern und eben nicht vor unserer Tür.


© Bernard Bonvivant

Autor des Romans « Das Chaos »

Samstag, 4. September 2010

Juden ohne Geld - (Michael Gold)

Juden ohne Geld - (Michael Gold)



Michael Gold wurde 1894 in New York geboren. Er war der Sohn jüdischer Einwanderer. Er hieß mit bürgerlichem Namen Itzok Isaac Granich.
Er entwickelte in Zeitschriften radikale politische Ansichten und begann damit die Massen aufzurufen. Gold entwickelte sich zu einem starken Gegner der Vereinigten Staaten. Er verstarb 1967.

Eines seiner interessanten Bücher war "Juden ohne Geld" erschienen1930 in Amerika und 1931 in deutscher Sprache.

Das Leben in den Zinshäusern der East-Side New Yorks war hart. Die Emigranten lebten hier und darunter waren viele Juden, die aus Europa nach Amerika gekommen waren. Die East-Side war damals das Hurenviertel der Stadt, eine einzige riesige Syphilisplantage.
In diesem Chaos herrschte der Slogan:„50 Cents die Nacht!“. Das war der Preis der Huren und mittendrin tobten die Kinder.
Es war eine schwere Zeit anständig zu sein und vor allem auch zu bleiben. Das Bild vom goldenen Land, genannt Amerika, bekommt sehr schnell klare Konturen. Die Reichen auf der einen Seite und die Masse der Armut auf der anderen Seite.

Eines sollte jeder Auswanderer bedenken, es wäre angeraten, auch die Sprache seiner neuen Heimat zu erlernen. Keine Kenntnisse in der Landessprache bedeutet meist die Chancenlosigkeit für jegliche Form des gesellschaftlichen Aufstiegs.

Warum ich über Juden ohne Geld schreibe?

Es ist nicht nur das Jahr 1930-1931 viel mehr der Inhalt. Dieses Buch hat mich fasziniert, weil ich feststelle, entweder war Michael Gold seiner Zeit voraus oder aber es hat sich wenig auf dieser Welt in den Vierteln der Armut verändert. Ich befürchte, letzteres ist die bittere Wahrheit.

© Bernard Bonvivant,

Autor des Romans "Das Chaos"

Freitag, 3. September 2010

Da lacht das Skalpell

Da lacht das Skalpell

Eine Runderneuerung an einem Tag, No Problem, viel Fun oder auch nicht. Schlimm wird es, wenn der Ex mit der Preisgabe von Fakten droht.
Silikon ist halt eben auch nur ein Baustoff, damit kann wunderbar modelliert werden.
Natürlich hat so etwas gegebenenfalls, unter Umständen, sozusagen, eventuell, tatsächlich Nebenwirkungen und Folgen.
Hallo! Das ist doch ganz normal!
Am Ende heißt es:
„Vorsicht Nase!“
Oder
„Wegen dringender Sanierungsarbeiten bitte großzügig umgehen und nicht anfassen! Herabfallende Trümmerteile gefährden Ihre Gesundheit!“

© Bernard Bonvivant

Das Bild verzecht!

Das Bild verzecht!

Haben Sie schon einmal ein Bild verzecht?
Nein! Na dann wird es aber höchste Zeit.
Wie wäre es mit einem Picasso oder Monet?
Kein Spaß, Bild mitnehmen auf Zechtour und einfach verzechen.
So einfach geht das?
Klar, mindestens Promille mäßig.
Nächsten Morgen den Eigentümer anrufen:
„Hallo! Das Bild kannst Du vergessen!Eigentlich soll es heißen:
ich habe es vergessen“
„Wo?“
„Weiß ich nicht mehr, war eine lange Nacht. Das Bild war doch wenigstens versichert?
„Ach, so! Na dann Prost!“
Wer kann schon von sich sagen:
„Ich habe in einer Nacht sieben Stellen vor dem Komma verzecht.“
Das hat doch Stil, Kult oder etwa nicht?

© Bernard Bonvivant,

Wie aus einem Hotelzimmer eine Kapsel wird?

Wie aus einem Hotelzimmer eine Kapsel wird?

Eines Tages zerbrachen sich einige japanische Hoteliers Ihre Köpfe. Warum muss ein Hotelzimmer groß sein? Weshalb braucht es eine Ausstattung? Kommen die Leute nicht eher nur zum Schlaf vorbei. In den Ballungszentren ist Raum teuer und somit stellt sich die Frage: Wie spare ich noch mehr Raum ein?

Da kam die zündende Idee, statt eines Hotelzimmers baue man eine Kapsel, zwei Meter lang, einen Meter hoch und breit. Fertig ist der ideale Schlafort der Zukunft. Ist das etwa aus einem Hollywood Film abgekupfert? Nein! Diese Idee kommt doch aus Japan.

Die Schlafkapsel oder Hotelzimmerkapsel, egal wie das Ding heißt, ist jedenfalls der richtige Weg die Massen besser unterzubringen. Schließlich kann man jetzt neben Touristen, Geschäftsreisenden, Obdachlosen, Heimatlosen und anderen Mitgliedern der Gesellschaft billig eine Schlafstätte bieten.

Ob diese Form der nächtlichen Aufbewahrung, nun ein weltweiter Erfolg wird, hängt natürlich davon ab, wie viele Menschen Platzangst, Berührungsangst, Angst vor Schnarchern oder eben empfindliche Nasen haben. Immerhin werden die Legebatterien streng getrennt nach Geschlechtern vergeben. Ein Wermutstropfen hat die Sache wohl, das berühmte Stelldichein zweier Verliebter in einem Hotelzimmer, das wird es nicht mehr geben.

Auf der anderen Seite, leben ist Wandel und in Zeiten des Cybersex sind Hotelzimmer eben out. Zu erwähnen bleiben die absoluten Vorteile dieser Legebatterienkapseln, Pardon Schlafkapseln oder Raumsparplatz-Kapseln: Endlich erfrieren keine Obdachlosen mehr im Winter. Arbeitslose erhalten einen Kapselplatz statt eines Mietzuschusses, so werden Staatshaushalte weltweit saniert. In den Zügen der Eisenbahnen findet zwar nicht jeder Fahrgast einen Sitzplatz dafür aber in Zukunft einen Schlafplatz schon. Wartezeiten auf Flugplätzen können bequem in der Kapsel verbracht werden. Kreuzfahrten werden so preiswert wie noch nie, die teuren Kabinen werden durch Schlafkapseln ersetzt. Im Urlaub sind lästige Bettenburgen out bequem geht es jetzt in die Schlafkapsel.

Es scheint damit eine der wichtigsten Fragen der menschlichen Zukunft geklärt. Das Wort Schlafkapsel hat eine neue Wertigkeit erfahren.

© Bernard Bonvivant
, Schriftsteller, Germany

Autor des Romans „Das Chaos“