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Freitag, 25. Februar 2011

Das Leben dem Teufel in die Hände gelenkt

Das Leben dem Teufel in die Hände gelenkt

Wäre ich ein Vogel, ich könnte fliegen.

Nicht zu den Wolken, nein, zu den Sternen.

Hinweg aus dem Meer der bösen Zungen,

endlich frische Luft in den Lungen.

Leider keine Chance zu entfliehen,

festgehalten im Würgegriff auf Erden.

Der Teufel geht schon wieder um,

verdorbene Erde, verbranntes Fleisch.

Der Hass schlägt unbarmherzig mir entgegen,

der neue Ort des Lebens scheint weit entlegen.

Die Wut bricht grenzenlos über mir herein,

so bin ich verloren und Mutterseelen allein.

Was einst mit Stolz und Freude vollbracht,

jetzt in einer einzigen Nacht umgebracht.

Brachiale Gewalt, sinnlose Zerstörung,

flammendes Inferno, grelle heiße Glut.

Ein Meer aus Blut hat die Äcker getränkt,

das Leben dem Teufel in die Hände gelenkt.

Ist es so schwer in Frieden zu leben?

Ist es so schwer von Herzen zu lieben?



© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Autor des Romans:

Das Chaos

Sonntag, 30. Januar 2011

Reisender zwischen den Zeilen

Freier Reisender zwischen den Welten wäre ich auch gerne geworden, so wurde ich ein freier Reisender zwischen den Zeilen. Dieser Raum ist meine kleine Freiheit.


© Bernard Bonvivant, Schriftsteller

Freitag, 24. Dezember 2010

Engel des Alltags

Engel des Alltags




Menschen hasten und eilen durch die Straßen hin zu den U-Bahn-Stationen, Bushäuschen, Parkplätzen, Arbeitsplätzen oder Einkaufsstätten. Die Mienen eisern, der Blick starr geradeaus gerichtet, keine Zeit für das Geschehen links oder rechts von Ihnen.


Geld ist Zeit! Geld ist Macht! Geld ist Leben! Geld ist das einzig Wahre!


Mein Gott sind die alle ferngesteuert? Vom eigentlichen Ziel des Lebens abgekommen?


Nein! Sie haben einfach nur sich selbst verloren. In Ihrem blinden Aktionismus erkennen Sie nicht einmal mehr:
„Sie werden von Anderen gesteuert!“


Ständig suggerieren irgendwelche Slogans den Weg zum besseren Leben. Wer diesem Ruf erliegt, verliert seine eigene innere Freiheit, glaubt wirklich alles auf einen Nenner bringen zu können, der da heißt: Geld! Geld regiert die Welt!


Blödsinn als könnte tote Materie die Welt regieren, dieser Fetzen Papier wird doch erst zum angebeteten, verehrten Geldfürst durch diese Menschen.
Stellt euch vor es, gäbe massenweise Geld und niemand würde sich dafür interessieren. Was wäre dann?


Nun das liebe Geld wäre endlich kein Fluch mehr. Keiner beachtet es und keiner huldigt ihm.
Leider sieht das im Leben ganz anders aus, Menschen leben nur für Geld, inhalieren es, baden darin, verschwenden es, sich wundernd, dass sie anschließend nach Geld stinken.
Besser gesagt die Reichen wundern sich nicht mehr, die riechen es einfach schon nicht mehr.
Das ist traurig, wir müssten alle schon lebende Tote sein,
käme da nicht die Rettung durch die Engel des Alltags.
Die sind plötzlich einfach so da, helfen dem alten Mann an Krücken über die Straße. Lassen sich nicht beeindrucken vom Bleifuß auf der anderen Seite, der mächtig das Gaspedal schon schwingt. „Geh schneller Alter sonst nieten wir dich um!“ – immer ruhig geblieben mit den Aggressionen, immerhin gibt es noch so etwas wie Rechte. Außerdem bemerkt: Nicht alle sind käuflich! -
Wie kann die dumme Tussi nur Ihre Zeit vertrödeln. Hat sie wirklich keine anderen Sorgen? Die Engel des Alltags sehen ihre geschenkte Zeit nicht verloren, sie ist wertvoll angelegt.
Außerdem ist der Wert eines lieben Wortes höher zu bewerten als der eines Geldscheins.
„Sind wir etwa bei den Samaritern?“ „Ehrlich gesagt, so besehen, ein klares Ja. Gutes zu tun, zu helfen hat in der Tat etwas von Samariter.“


„Das geht nicht! Erst der Lohn, die Kohle muss stimmen!“


Welche trüben Ansichten wir da hören! Kann es wirklich sein für eine kleine Hilfeleistung die von Herzen kommen sollte Geld zu verlangen? Ist es möglich, die Hilfe eben wegen des nicht zu erwartenden Geldes zu unterlassen?


Leider ja, nicht tausendfach, millionenfach findet das tagtäglich statt. Im Ernst, was ist schon dabei:
Einem Menschen in einer kleinen alltäglichen Not zu helfen.


Es kostet doch kein Geld nur ein bisschen Zeit.


„Eben Geld ist Zeit! Diese genannten Alltagsengel sind selbst schuld, die haben eine Macke!“
„Bitte keine Beleidigungen hier an dieser Stelle. Die Alltagsengel sind selbstlose Menschen, die Ihre Hand aus tiefster Überzeugung reichen ohne den geringsten Hintergedanken.“
„Das müssen schlechte Kaufleute sein!“


„Da können Sie nicht mit punkten, nur weil Sie, in einer anderen Währung arbeiten, heißt nicht dass der Lohn der Alltagsengel am Ende nicht schwerer wiegt wie Ihrer.“


Zeit ist kein Druckmittel, die Zeit läuft immer im selben Tempo ab, es ist der Mensch, der glaubt, Sie schneller machen zu können. In Wirklichkeit vergeht, verglüht dabei sein Atem in Windeseile. Wieso? Die Hast und die Eile haben ihm den wahren Wert seines Lebens und seiner Zeit geraubt. Hätte er seine Tage angepasst an das menschliche Dasein, dann wäre er zufrieden am Ende seines Lebens. Jetzt werden die wahren Werte ermittelt und siehe da. Das meiste gesammelte Korn im Leben ist wertlos, so sammelt sich nur wenig gutes Korn in seiner Schale. Dieser Anblick in der Stunde des Todes, wissend er ist nicht mehr umkehrbar, macht bewusst den falschen Weg gehetzt zu sein. Leben ist folglich kein Geld, was zählt, sind die inneren tieferen Werte, nur die werden erst gar nicht gesucht. Wie auch? Wer keine Zeit hat, findet auch nicht zu sich selbst. Er lebt eine aufgestülpte Maske bis an sein Grab. Die Engel des Alltags aber werden bereits auf Erden belohnt, hier ein Lächeln, da ein Wort des Dankes. Das zählt in der Schale des Lebens mehr als alle materiellen Güter.

Das Herz gesundet, die innere Einstellung gibt Kraft, der Mensch strahlt sozusagen von innen heraus.


Sollte demnächst ein Engel des Alltags uns begegnen, dann wäre es angebracht, ein wenig genauer hinzusehen. Vielleicht geht das Saatkorn auf, die Menschheit wird wieder ein Stück freundlicher, nimmt einander wieder mehr wahr.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Freitag, 22. Oktober 2010

Neue strahlende Welt


Satire


Neue strahlende Welt


Was nützt der Sonnenschein?
Er strahlt zu wenig.
Was nützt der Abenteuer Kick?
Der Reiz ist längst verloren.
Was kann schöner sein als eine neue strahlende Welt?
Endlich erkennen, es gibt und gab nie eine Gefahr.

So buchen wir schnell eine Reise, ins Grüne, nach Tschernobyl zum Treffen der Biker.

Endlich mit der Kiste über Straßen fegen in einer himmlischen Ruhe und Stille. Da strahlen nicht nur die Chromgefährten im Glanz, nein auch die Biker strahlen.

Was kann es da noch schöneres auf Erden geben?

Ein bisschen Haarausfall, von Zeit zu Zeit Nasenbluten und die mangelnde Konzentration werden auch nicht mehr schaden.
Das nehmen wir gern in Kauf und die Politik freut sich. Endlich entsteht das perfekte, vergessliche Wahlvolk.
Vielleicht vergessen die auch noch den Urnengang, da wird regieren endlich leicht gemacht.

In das ferne Tschernobyl braucht der Biker auch nicht mehr zu reisen, an der Rhone ist es auch ganz nett.
An den Flussläufen kommen strahlende Gesichter entgegen und der Rotwein mundet auch.
Ein bisschen strahlende Flusslandschaft macht überhaupt nichts aus. Bei dreißig Grad ohne Sonnenschutz kommt der Hautkrebs mit in das Angebot hinein, wie fein.

Der Verzehr vom Fisch hat nur sehr begrenzte Gesundheitsgefahr. Es empfiehlt sich daher, eine ordentliche Portion Grillkohle zu verwenden und ihn gut schwarz zu schwenken oder halt zu grillen.

So bleibt festzustellen Atomkraft war noch nie so sicher wie heutzutage. Ein Heer voller Gutachter wird belegen, Atomkraft war noch nie die Gefahr.

Mancher mag im Kern gespalten sein, doch die Kernspaltung hat ihre eigene Aussagekraft:

„ Eher kriegen Sie Hautkrebs, als eine Verstrahlung!“
Ach, ich dachte jetzt, es sollte viele verstrahlte Gesichter geben in dieser Geschichte.

Immerhin manchem mürrischen Zeitgenossen stünden die Strahlen nicht schlecht im Gesicht.

In dem Sinne viel Spaß in der neuen strahlenden Welt.

Am Ende der Zeit des Öls kann ein neuer Cheese nie von Schaden sein.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Samstag, 16. Oktober 2010

Den Frieden suchen und finden

Den Frieden suchen und finden

Es ist nichts im Leben so schwer wie den Frieden zu erreichen und dann die Aufgabe anzunehmen den Frieden, zu bewahren.

Das gilt für den Menschen wie auch die Gesellschaft. Der Friede beginnt aber in unserem Innern und eben nicht vor unserer Tür.


© Bernard Bonvivant

Autor des Romans « Das Chaos »

Das Erdenkind

Das Erdenkind

Frei wie ein Vogel möchte ich mich überall niederlassen, meine Heimat ist die Welt. Mein Leben ist das Meer der funkelnden Sterne. Mein Vater ist die Sonne und meine Mutter ist der Mond, zu Hause aber bin ich auf dem festen Boden dieser Erde.
Ich liebe die Luft, das Meer und den Geruch des Waldes. Mein Freund ist das scheue Reh und am Abend sagt mir die Eule vom nahen Baum herab. „Gute Nacht. Schlaf und träume süß.“

Ich bin ein Kind dieser Erde und habe auf diesem Globus meine Heimat gefunden. Ich liebe das Leben, den Tag und die Nacht. Die Hoffnung leuchtet mir den Weg und das Glück hält mich fest an der Hand, weil ich ein Erdenkind bin.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Samstag, 2. Oktober 2010

Regenwald habe fertig!

Regenwald habe fertig!

Was hast du Problem? Wer braucht schon einen Regenwald?
Jeden Tag werden auf dieser Welt Wälder abgeholzt!
Da passiert schließlich auch nichts!
Wie in 40 Jahren ist alles kaputt? Wie Klimawandel?
Das betrifft uns nicht! Es gibt keinen Klimawandel!
Die sollen doch einfach den Atlantik-Wald aufforsten!
Wie Wasserspeicher für 130 Millionen Menschen?
Die brauchen doch nur den Wasserkran aufzudrehen!
Eben, wie gut, dass wir so schlau sind! Warten wir erst die 40 Jahre ab,
wird schon nicht so schlimm werden.

Am Ende aber heißt es:

Ein mächtiger Sturm fegt hinweg des Menschen Spur.
Die hohen Meereswellen verschlingen das Land. Die Erde reißt die Städte in die Tiefe,
die Unterwasserströme versiegen.

Keine Frage, Überlebende werden bitterlich klagen!
Regenwald, habe fertig? Hoffentlich nicht!

© Bernard Bonvivant

Freitag, 17. September 2010

Das Leid mit der Urlaubsreise

Das Leid mit der Urlaubsreise

Harry sitzt hinter seinem Schreibtisch und schaut gelangweilt in die Tageszeitung. Die Tür öffnet sich, Gernot ist aus seinem Urlaub zurück.
„Morgen, Harry.“
Der legt seine Zeitung zur Seite, sieht seinen Kollegen an.
„Morgen, Gernot.“
Er beginnt laut zu lachen. „Du siehst aus als könntest du Urlaub vertragen.“
Gernot setzt sich hinter seinen Schreibtisch und meint wenig begeistert.
„Du bist fast am Kern der Wahrheit angelangt.“

Harry klatscht in die Hände.
„Siehst du, ich erspare mir den Quatsch, bleibe auf Balkonien, da weiß ich, was ich habe.“
Gernot blickt ihn verärgert an.
„So ein Blödsinn, die Welt musst du sehen.“
Harry grinst breit.
„Ich denke du hast außer deiner all-inclusive Freizeitanlage wenig gesehen. Ich vermute du warst nicht einmal im Meer.“
Gernot schaut ihn überrascht an.
„Woher weißt du jetzt schon wieder, wie es mir ergangen ist?“
Harry lächelt immer noch. „Schau in den Spiegel, dann weißt du es.“
Gernot steht auf und geht zur Kaffeemaschine.
„Wenigstens hier ist meine Tasse sauber.“
Harry dreht sich mit samt des Drehstuhls in seine Richtung. „Ach nee! Erzähl schon, wie schlimm war es wirklich?“
Gernot schenkt sich Kaffee ein, nimmt die Tasse und setzt sich leger auf den Schreibtisch.
„Totale Scheiße wäre geprahlt, es war der Horror.“

Harry meint trocken. „Das wird teuer werden!“

„Ich Esel habe doch im Reisebüro einen Direktflug gebucht. Weißt du, was das heißt? Eine Zwischenlandung, am Ende war der ganze Flug doppelt so lange wie geplant. Rita hat nur die ganze Zeit gemault.“
Harry schaut erstaunt.
„Wieso? Ich denke Direktflug heißt nicht nur so, sondern der Flieger fliegt durch an einem Stück.“
Gernot grinst leicht. „Das habe ich auch einmal gedacht. Am meisten habe ich mich gefreut über die Hotelanlage in der Flughafennähe. Die liegt doch glatt auf der Einflugschneise des Flughafens. Weißt du, wie schön es sich anhört, ständig so ein großes Ungetüm, jaulend über den Kopf hinwegfliegend.“

Harry schweigt betroffen. Im Grunde kann einem Gernot leidtun. Fliegt mit Rita in die Karibik und dann so was.
„Das Hotel war eine Katastrophe, ein kinderfreundliches Haus, das kann wirklich so gesagt werden. Die Kleinen haben den ganzen Tag nur lauthals getobt. Am Abend dann die Alten. Allabendliche Tanzveranstaltung, gut wir wollten uns amüsieren, nur irgendwann muss der Mensch auch einmal schlafen können. Ich buche nie mehr ein freundliches zweckmäßiges Zimmer. Weißt du, wie so was aussieht? Gekalkte Wände und gekachelter Fußboden. Das ist unheimlich gemütlich.“

Harry nickt zustimmend.
„Kann dich gut verstehen. Immerhin habt ihr euch einen aufstrebenden Ort ausgesucht.“
Gernot winkt angewidert ab.
„Aufstrebend, dass ich nicht lache! Das war der reinste Baustellenslalom, überall strebten die Kräne in den Himmel. Bauarbeiter stierten hinter den Frauen her. Ein einziges Meer voller Touristen, scheint so, als hätte sich die Meute zur gleichen Zeit in der Karibik getroffen.“
Harry weiß, was ihm auf der Zunge brennt.
„Das Meer, wie war das Meer?“
Gernot steht auf, geht zum Fenster und öffnet es.
„Es war so, wie im Katalog beschrieben, naturbelassen.“
Harry kann damit nur wenig anfangen.
„Warum wart ihr dann nicht in diesen herrlichen Fluten?“
Gernot grinst breit.
„Das kann ich dir sagen, naturbelassen, heißt so ähnlich wie Müllabladeplatz.“
Harry schaut ihn entgeistert an.
„Das glaube ich dir jetzt nicht.“
„Wenn ich es dir sage, dann ist es auch so, überall lag eben Abfall herum, Treibgut, Flaschen, Plastik, eben Müll. Wie gut das meine Digitalkamera alles aufgenommen hat.“
Harry erhebt sich von seinem Bürostuhl, tritt an das Fenster, steht direkt neben Gernot.
„Ihr hattet doch einen beheizbaren Pool.“
Gernot schaut aus dem Fenster, hinunter zur Strasse.
„Das stimmt schon, beheizbar war er, nur geheizt war er nicht.“ Harry klopft ihm auf die Schultern.
„In der Karibik braucht es auch keine Heizung im Pool.“
„Na du musst es ja wissen, du warst auch schon dort. Rita war es einfach zu kalt.“

„Na dafür hattet ihr wenigstens all-inclusive.“
„Hör bloß auf! Das war der Gipfel des Verwöhnprogramms. Die all-inclusive Leutchen hatten ihren eigenen VIP Bereich. Den schlechtesten Rum, einen grottenschlechten Rotwein, das Essen war so was von fett. Ich habe doch tatsächlich in dem Urlaub fünf Kilo abgenommen.“

Die Tür zum Büro öffnet sich, hereinkommt ihre Arbeitskollegin Angelika.
„Na Gernot, wie war der Urlaub?“ Sie klopft ihm auf die Schultern.
Harry blickt sie an. „Tut mir leid, Angelika, ich habe die Taschentücher für dich vergessen.“
„Das haste doch schon letztes Jahr, langsam musst du dir was einfallen lassen. Du verdirbst mir noch die ganze Freude.“
Harry lenkt geschickt ab. „Stell dir vor, Angelika, der hat fünf Kilo abgenommen.“
Die Kollegin klatscht vor Freude in die Hände. „Das ist mehr als letztes Jahr, da hatte er noch den Dünnpfiff auf dem Rückflug.“

Gernot grinst über beide Backen.
„Das war ein Erfolgserlebnis dieses Jahr, der schlechteste Urlaub seit Langem. Du stehst hier am offenen Fenster, am ersten Arbeitstag und freust dich wie ein kleines Kind. Endlich wieder daheim, an deinem Arbeitsplatz. Da weißt du so richtig, was du vom Leben hast.“
Angelika nimmt ihn in den Arm und fragt.
„Wohin geht es denn nächstes Jahr?“
Gernot zuckt mit den Schultern.

„Das wird nun immer schwerer für uns! Rita meint, wir müssten vielleicht Mal so richtig in den Dschungel.“
Harry lacht lauthals, die Leute auf der Strasse heben die Köpfe, schauen nach oben. Er winkt ihnen gutgelaunt zu. „Weißt du was, Angelika und ich, wir werden in den nächsten Monaten eifrig Kataloge wälzen. Das wäre doch gelacht, bekämen wir nicht noch eine Steigerung hin.“

Verschwörerisch reichen sich die Drei die Hände.

Angelika meint anschließend. „Ich denke, dieses Mal schaffen wir es, den vollen Reisepreis zurückzuholen. Letztes Jahr haben wir ja nur mickrige fünfzig Prozent geschafft.“

Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Sonntag, 12. September 2010

Positive Melancholie – Was ist das?

Der Begriff Melancholie leitet sich ab aus dem griechischen Wort melancholia.

Wir sprechen von einem Zustand der Schwermut und Traurigkeit. Die Seele leidet. In der heutigen Zeit ist dieses Krankheitsbild unter dem Begriff Depression definiert.

Der Begriff Melancholie hat nun sehr unterschiedliche Bedeutungen, je nachdem aus welchem Blickwinkel wir uns mit diesem Thema beschäftigen, ob aus Philosophie, Psychologie oder zum Beispiel Kunst.

Die Melancholie geht weit zurück in die Zeit des Griechen und Arztes Hippokrates von Kós. Er sah Melancholie als eine Folge einer schwarzen und verbrannten Galle, die ihren Überschuss ins menschliche Blut abgibt.

Hippokrates ordnete die Melancholie dem Temperament des Melancholikers zu. Die vier Temperamente seiner Auffassung nach bestehen aus : Melancholiker, Choleriker, Phlegmatiker, Sanguiniker.

In der Medizin ist Melancholie eine Krankheit. Eine Krankheit hat aber sicherlich keinen positiven Aspekt.

In der Psychologie ist es besonders Sigmund Freud der sich der Melancholie annimmt. Seiner Auffassung nach geht es um die Herabsetzung des Selbstwertgefühls, eine tiefe schmerzliche Verstimmung, dabei geht sowohl das Interesse an der Außenwelt als auch die Fähigkeit zu lieben verloren. Melancholiker sind demzufolge stark suizidgefährdet. Das stimmt auch wenig positiv.

In der Religion finden wir im Mittelalter die Mönchskrankheit, Acedia, die Sorglosigkeit auch bekannt als Trägheit des Herzens. Im 16. Jahrhundert wird die Melancholie zur Krankheit der Protestanten. Da mag aber wohl eher Suggestion im Spiel gewesen sein.

In der Weltliteratur hat die Melancholie einen festen Stammplatz. An dieser Stelle sei nur erwähnt, es gab und gibt, viele namhafte Dichter und Denker, die sich mit der Melancholie offenbar sehr gut verstehen. Zumindest auf dem Papier.

Warum aber sind so viele bedeutende Philosophen, Dichter und Künstler Melancholiker?

Brauchen Sie etwa die Melancholie um ihre Werke zu schaffen?

Die Melancholie ist eine Krankheit im medizinischen Sinne. Aus Sicht der Kunst betrachtet ein unverzichtbarer Stil im Ausdruck und Form. Viele bedeutende Literaturtexte wären nie entstanden. Der Einklang der Seele mit der Melancholie erst schafft Darstellungen im Holz und auf der Leinwand von dauerhafter Bedeutung, die über die Lebenszeit hinaus gereicht. Diese Räume sind normal Sterblichen eben verschlossen, dafür muss der Künstler bereit sein mit seiner Art von Melancholie zu leben.

So finden wir am Ende doch noch die positive Melancholie, die so manchen Betrachter und Leser erstaunen lässt:

Wie hat das Genie nur diese Kunst geschaffen?

Es ist der Ausdruck der Melancholie, der sich im Werk zur positiven Melancholie wandelt. Dem Künstler aber oft zu Lebzeiten ein eher schweres Los bereitet.




© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany

Mittwoch, 8. September 2010

Räuber und Information

Räuber und Information


Ein Räuber naht auf leisen Sohlen,
kommt sich seine Beute holen.
In Erwartung einen dicken Fisch
findet sich ein leerer Tisch.
Reiche Leute leben hier nicht,
stellt er fest der böse Wicht.
Was hat er da im Internet gelesen?
Das war wohl die falsche Seite gewesen!


© Bernard Bonvivant

Sonntag, 5. September 2010

Den Frieden suchen und finden

Den Frieden suchen und finden

Es ist nichts im Leben so schwer wie den Frieden zu erreichen und dann die Aufgabe anzunehmen den Frieden, zu bewahren.

Das gilt für den Menschen wie auch die Gesellschaft. Der Friede beginnt aber in unserem Innern und eben nicht vor unserer Tür.


© Bernard Bonvivant

Autor des Romans « Das Chaos »

Samstag, 28. August 2010

Was fehlt?

Was fehlt?


Du musst die Welt nehmen, wie sie ist,
sie zu ändern packst du alleine nicht.
Da kannst du stemmen und Muskeln machen,
sie werden dich allenfalls belachen.
Sie schnattern und sie kreischen,
würden sie sich selber hören;
dann würden sie erbleichen.
So aber machen sie munter weiter,
der nächste Unsinn kommt bestimmt.
Warum? Das ist der Lauf der Dinge.
Und wer trägt daran die Schuld?
Nur Mut, das wird sich auch noch finden.

© Bernard Bonvivant