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Freitag, 27. Mai 2011

Faltenfüller ist der Knüller

Wer will ewiglich Jugend haben, der muss hin zum Arzte gehen. Spritzen hin und Spritzen her, Spachteln und polieren, dabei mit Garantie dreißig Lenze jünger im Glanz erstrahlen.

Gleich geht es dann so richtig rund mit Hyaluronsäure, Kollagen, Poly-L-Milchsäure , Plasma-Gel, Calcium-Hydroxylapatit, Silikon, Aptos-Fäden, Polymethylmethacrylat oder nur Hyaluronsäure mit Acrylhydrogel. Lasst die Kritiker schreien, Hauptsache wir erscheinen in Kunststoff bunt.

Ein Bauch voller Fett, keine Qual, wird abgesaugt. Hängebäckchen und Mundwinkel werden aufgepolstert. Unscheinbare Lippen werden mit der Spritze zum Hingucker der Saison.

Manches Weib ärgert sich schon lange wegen eines unscheinbaren Vorbaus und so wird ganz schnell, gerichtet und aufgerüstet. Dank Silikon werden wahre Kunstwerke vollbracht. So entsteht aus einem Mauerblümchen, einem hässlichen Entchen in kurzer Zeit ein Männertraum. Für manchen Zeitgenossen kann sich aber dieser Umstand auch zum Alptraum entwickeln.

Was gibt es hier noch groß zu klagen, die Schönheitschirurgie macht alle Träume wahr. Geld spielt dabei keine Rolle.

Einzig und allein herrscht hier nur die Qual der Wahl, welche Träume in Erfüllung gehen. Die Gesellschaft dankt es gern, neues Ansehen, haufenweise Verehrer und vielleicht wird auch jetzt der Traum vom Millionär oder der Millionärin in Erfüllung gehen.

Insofern sind die Faltenfüller jetzt der wahre Knüller. Der letzte Schrei, nach dem Heer der Köche kommen, jetzt die originellsten Modernisierer an Menschenfassaden auf die Mattscheiben dieser Welt.

Es sei den Kunstobjekten vergönnt, demnächst sind Schönheitsoperationen sogar als Renovierungsarbeiten voll von der Steuer absetzbar unter dem Begriff Werbungskosten.

Einziger Wermutstropfen, im Todesfall muss mit einer Sonderentsorgungsabgabe für nicht bzw. schwer abbaubare Substanzen gerechnet werden.

Was soll es, diesen Obolus können dann die lieben Erben bezahlen.

© Bernard Bonvivant, Schriftsteller, Germany


Autor des Romans: "Das Chaos"


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Freitag, 24. September 2010

Sucht

Sucht


Sucht nach Menschen zu suchen,
ihre Zeit für sich allein zu buchen.

Sucht nach der Liebe im Leben,
sich an jeder Ecke streunend geben.

Sucht nach Schönheit ohne Fragen,
anschließend verzweifelt klagen.

Sucht nach einem Leben im Leid,
da kommt sicherlich kein Neid.

Sucht nach Glück zu allen Stunden,
kann nur führen zu tiefen Wunden.

Sucht nach Besonderheit, der großen Nummer,
schafft allenfalls am Ende nur Kummer.

Sucht danach, seine verlorene Seele zu finden,
der Beginn sich an sein Schicksal zu binden.



Nachwort: Lebe dein Schicksal, denn du kannst
es nicht ändern; aber sehr gut damit
durch dein Leben wandeln.

© Bernard Bonvivant,
Autor des Romans « Das Chaos »

Freitag, 3. September 2010

Da lacht das Skalpell

Da lacht das Skalpell

Eine Runderneuerung an einem Tag, No Problem, viel Fun oder auch nicht. Schlimm wird es, wenn der Ex mit der Preisgabe von Fakten droht.
Silikon ist halt eben auch nur ein Baustoff, damit kann wunderbar modelliert werden.
Natürlich hat so etwas gegebenenfalls, unter Umständen, sozusagen, eventuell, tatsächlich Nebenwirkungen und Folgen.
Hallo! Das ist doch ganz normal!
Am Ende heißt es:
„Vorsicht Nase!“
Oder
„Wegen dringender Sanierungsarbeiten bitte großzügig umgehen und nicht anfassen! Herabfallende Trümmerteile gefährden Ihre Gesundheit!“

© Bernard Bonvivant